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Intermedia

Das Hypertext-System Intermedia, entwickelt an der Brown-Universität (Institute for Research in Information and Scholarship, IRIS), wurde im Rahmen seiner Evaluation mehrfach auch für Ausbildungszwecke eingesetzt. An der Brown-Universität wurden ein Kurs über englische Literatur (Dozent: George Landow) und ein Kurs über Zellbiologie (Dozent: Peter Heyman) mit Intermedia-Unterstützung durchgeführt (vgl. Beeman et al., 1987). Beide Dozenten betonen, daß es nicht ausreiche, den Studentinnen lediglich Wissen zu vermitteln, sondern daß das Ausbildungsziel darin bestehen müsse, perspektivisches, nicht-lineares Denken zu vermitteln. Sie beklagen, daß dieses Ziel mit herkömmlichen Mitteln nicht zufriedenstellend erreicht werden kann. In Intermedia sehen sie ein Werkzeug, mittels dessen die Entwicklung dieses in unserer Kultur präferierten Denkstils optimal unterstützt werden kann, da das System es erlaubt, die unterschiedlichsten Materialien und die verschiedensten Kontextinformationen vielfältig miteinander zu verknüpfen und innerhalb einer Wissensbasis den Studentinnen bereitzustellen. Beide Dozenten beurteilen den Einsatz von Intermedia sehr positiv. Sie glauben, daß sie durch die Unterstützung von Intermedia ihrem Lehrziel nähergekommen seien. Ihren Aussagen zufolge haben die Teilnehmerinnen der Intermedia-Kurse bessere Leistungen in den Abschlußprüfungen gezeigt als die Teilnehmerinnen früherer Jahrgänge, die nicht mit Intermedia lernten. Ansonsten wurde der Lernerfolg in dieser Studie nur geschätzt und anhand von Äußerungen der Dozenten und einzelner Studentinnen belegt.

Aus den subjektiven Beurteilungen wird folgendes ersichtlich:

  • Der Englisch-Kurs mit Intermedia wurde hinsichtlich des Lernerfolges nicht besser beurteilt als zumindest einer der beiden anderen Englisch-Kurse ohne Intermedia.
  • Bei der Beurteilung des globalen Nutzens schneidet der Englisch-Kurs mit Intermedia deutlich schlechter ab als einer der beiden anderen Englisch-Kurse, die ohne Intermedia durchgeführt wurden.
  • Der Biologie-Kurs mit Intermedia wurde sowohl hinsichtlich des Lernerfolgs, als auch hinsichtlich des globalen Nutzens besser beurteilt als der Kurs ohne Intermedia-Unterstützung.
Diese Ergebnisse lassen auch den Schluß zu, daß hier kein Medieneffekt vorliegt, sondern ein Effekt, der auf die Unterrichtung durch unterschiedliche Dozentinnen zurückzuführen ist.

Aufgrund der Beobachtungen während der Zeit, in der die Kurse durchgeführt wurden, kommen Beeman et al. (1987, S. 79f) zu der durchaus kritischen Bewertung,

[...] that the people who were most involved in the authoring process learned to think about their subject areas more pluralistically by constructing materials for Intermedia. [...]. Both of the professors involved in the project, as well as the teaching assistants, developed their own thinking as they worked more extensively with the hypertext model. [...] The students didn´t utilize the system as much as the professors and teaching assistants [...] Their use of the intermedia system was passive. So it is unclear whether true pluralistic nonlineal thinking occured for them or whether, as in most of their classes, they merely replicated what they thought the instructors wanted to hear. These instructors wanted to hear their students tying ideas together - ideas which were tied together for them on Intermedia by links.