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Die Gestaltung, der Einsatz und die Bewertung von Multimedia-Produkten unter einer psychologischen Perspektive ist das Thema dieses Buches. Kapitel 1 behandelt die Geschichte der Information, beginnend 700 Jahre v. Chr. bis ins heutige Computerzeitalter. Auch jedes der folgenden Kapitel wird jeweils mit einem kurzen historischen Überblick eingeleitet. Auf gut 100 Seiten wird in den Kapiteln 2 bis 6 ein Überblick über die für Multimedia relevanten Teilgebiete der allgemeinen Psychologie gegeben: Visuelle Wahrnehmung, Probleme bei der Kombination von Ton und Bild, das Verstehen und Behalten von Texten, die Repräsentation von Wissen im Gedächtnis sowie Denken und Problemlösen werden anhand bestehender Theorien und anschaulicher Beispiele allgemeinverständlich erläutert. Mit fortschreitender Kapitelnummer wird der Bezug zu Multimedia dabei immer enger, wird aber oft nicht explizit genug gemacht. Kapitel 7 ist der historischen Entwicklung von Lern-/Lehrsystemen gewidmet, angefangen mit Halcyon Skinners Buchstabiermaschine, über Burrhus Skinners Lehrmaschinen, intelligente tutorielle Systeme bis hin zu heute aktuellen Hypertext- und Hypermedia-Systemen. In Kapitel 8 wird ausführlich auf den Einsatz von Multimedia im Lehr-/Lernbereich eingegangen. In Kapitel 9 geht der Autor auf generelle Probleme des Mensch-Maschine-Dialogs und die sich aus psychologischer Perspektive ergebenden Forderungen für die Gestaltung von Schnittstellen ein. Kapitel 10 beschäftigt sich mit der Evaluation von Multimedia - ein in anderen Büchern gar nicht oder oft nur unzureichend behandeltes Thema. Das Buch schließt mit einem Kapitel, in dem Spekulationen über die zukünftige Entwicklung "neuer" Medien angestellt werden. Insgesamt gesehen ist das Buch verständlich geschrieben und mit vielen anschaulichen Beispielen versehen. Besonders erwähnenswert scheint mir, daß das Thema "Multimedia" nicht wie in vielen anderen Büchern zu diesem Thema uneingeschränkt positiv und euphorisch behandelt wird. Im Gegenteil plädiert der Autor dafür, den Einsatz von Multimedia kritisch zu sehen. Wiederholt weist er darauf hin und verdeutlicht anhand von Beispielen und Forschungsergebnissen, daß Patentlösungen nicht zu haben sind. Das Buch hebt sich in einem weiteren Punkt positiv von anderen Werken zu diesem Themenbereich ab: Es macht nicht den Eindruck, mit schneller Nadel gestrickt worden zu sein. Es ist inhaltlich und optisch gut strukturiert, und die Abbildungen sind (bis auf eine Ausnahme auf Seite 40, in der offensichtlich Teile fehlen) sorgsam erstellt. Aber ohne Kritik geht´s nie. Vermißt habe ich eine Einleitung, in der ein grober Überblick über die Themen gegeben wird und die Zielsetzung des Autors deutlich wird (versteckt sind diese Informationen in der Einleitung zu Kapitel 1). Dieses Phänomen begegnet einem an mehreren Stellen des Buches. Oft bleiben Bezüge bis ans Ende eines Kapitels unklar, werden erst dort in knapper Form expliziert. Es ist auch bestimmt nicht sinnvoll, den Begriff "Multimedia" auf Seite 180 (!) das erste Mal zu definieren. Trotz dieser Kritik: Ein empfehlenswertes Buch für jeden, der sich mit dem Thema Multimedia, Hypermedia oder Hypertext befaßt. Es ist auch oder gerade für Nicht-Psychologen/Psychologinnen geeignet, die sich für eine aus Benutzersicht optimale Gestaltung von Multimedia bemühen. Allerdings darf man von diesem Buch keine Patentrezepte erwarten - diese will und kann der Autor aber auch gar nicht geben. |